Veränderungsansatz
Ulrich Schlingensiepen
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Supervision

Supervision ist eine Beratungsmethode, die zur Sicherung und Verbesserung der Qualität beruflicher Arbeit eingesetzt wird.

Systemische Supervision betrachtet berufliche Probleme und Konflikte immer im Rahmen ihres Kontextes. Dieser Kontext besteht aus einer Komplexität miteinander interagierender und vernetzter sozialer Systeme und Systemebenen (Individuum, Team, Organisation). Hier ist es wichtig, widersprüchliche Erwartungen, unterschiedliche Bewertungs- und Bemessungskategorien, die verschiedenen Realitätskonstruktionen der Beteiligten, Regeln, Interaktionsmuster, Werte, Rollenvorstellungen, persönliche und Organisationsziele sowie Riten und Traditionen der Organisation zu betrachten, denn sie alle haben Aus- und Rückwirkungen auf das berufliche Handeln des Einzelnen und das Funktionieren der Organisation.

Wesentliche Methoden systemischer Supervision sind Kerntextualisierung und Perspektivenwechsel, durch die im Verlauf des Supervisionsprozesses Realitätskonstruktionen modifiziert und die Wahrnehmung von Ressourcen ermöglicht wird.

Supervision bedeutet, gleich für welche Art von Arbeit die ratsuchenden Menschen die Supervision in Anspruch nehmen:

Beratung für Menschen in ihren Arbeitsproblemen (Anliegen)
die Bedeutsamkeit des Problems im Gesamt des Arbeitssystems (Kontext)
die Bedeutsamkeit der Kommunikation zu achten
die Selbstdefinition des Supervisanden, der sich als Lernender versteht
die Selbstdefinition des Supervisors als Berater und Coach, der einem Kollegen
(Gruppe, Team) beim Problemmanagement hilft, und dies nicht als Therapeut

Supervision ist eine Beratungstechnik, die die Entwicklung der beruflichen Identität des Supervisanden zum Ziel hat.

Berufliche Identität: Einheit von Erfahrungs-, Bewertungs- und Handlungsmustern

Supervision
ist folglich das Bearbeiten und Herausarbeiten der

Wünsche der Konfliktreduktion,
Möglichkeiten der Konfliktbearbeitung,
individuellen Handlungspotentiale,
Existenz (Bewusst machen) der diversen Rollen,
Stress- und Time-Management -(Möglichkeiten),
Wege zur Selbstakzeptanz.

Es geht also um

beruflich Handelnde brauchen Feedback, Rückmeldung darüber, wie sie selbst und
ihr Verhalten wahrgenommen werden
trainieren der Eigen- und Fremdwahrnehmung
der Blick über den Tellerrand ist immer auch eine neue Perspektive oder andere
Sichtweise, die das Spektrum der Handlungspotentiale erweitern

SUPERVISION ist

ziel- und ressourcenorientiert
zukunfts-
lösungs-
handlungsorientiert

Supervision ist ein Instrument zur Entwicklung beruflicher Identität. Sie vermittelt dem beruflich Handelnden Kompetenzen, seine eigene Arbeit zu kontrollieren
= Selbstkontrolle

Selbstkontrolle umfasst 4 Konkretisierungsbereiche

das Selbstkonzept des Supervisanden (beruflich Handelnden)
der berufliche Auftrag (Interessen der Organisation)
die aktuellen Handlungsmöglichkeiten im System (Netzwerk Organisation)
die Rechte und Anliegen der Kunden (mit denen der SD arbeitet)

Eine entwickelte berufliche Identität liegt dann vor, wenn der Supervisand eine Vermittlung zwischen o.g. Punkten realisiert:

Selbstkonzept: sinnlich erfahrbar
Beruflicher Auftrag: interpretierbar
Anliegen/Bedürfnisse der "Kunden": kennen und akzeptieren
Handlungsmöglichkeiten im System: ausschöpfen

Die Selbstkontrolle gibt Antworten auf die Fragen

Kann ich mein Selbstkonzept erfahren, vermitteln und durchsetzten?
Ist mir meine Ethik transparent, ist sie operabel?
Kann ich mir und meinen Kollegen eine Antwort darauf geben, wie ich meinen
beruflichen Auftrag interpretiere?
Kenne ich die Bedürfnisse/Wünsche meiner Kunden?
Erkenne ich meine aktuellen Handlungsmöglichkeiten im System? Lasse ich mich
überfordern?

Berufliche Identität ist Ergebnis und Voraussetzung von Selbstkontrolle !

Es geht also in Supervision um das Beobachten (Diagnose) und das Intervenieren
(geplantes Irritieren) auf folgenden Ebenen beruflichen Handelns:

Aufbaustruktur von Organisationen
Rollen- und Funktionssysteme
Arbeitsstruktur, Arbeitsstile, Arbeitsprozesse
Soziodynamik zwischen Organisation / Teams / Gruppen - Gruppendynamik
Psychodynamik - intrapersonelle Vorgänge
Wertesysteme, Normengeflechte, Kultur

WIE

beschreiben
bewerten
begründen
entscheiden

die Menschen das, was sie tun und was wird ausgeblendet.